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Mit Kultfilmen des Sciencefiction-Genres wie "Blade Runner" und "Terminator" wurde
er verglichen - Kathryn Bigelows düsterer Zukunftsthriller "Strange Days". Die
amerikanische Ausnahmeregisseurin ("Gefährliche Brandung") schuf hier einen
albtraumhaften, visuell beeindruckenden Horrortrip in eine nahe Zukunft, der
tricktechnisch und formal neue Maßstäbe setzte.
Die Story:
Ex-Cop Lenny Nero dealt mit verbotenen Sex & Crime-Clips, die dem Kunden
größtmögliche Realität vorspiegeln. Eines Tages wird ihm das Video zu einer
Mordtat zugespielt. Das Opfer ist eine seiner Kontaktpersonen aus der
Prostituiertenszene. Bei seinen Nachforschungen muss der umtriebige Lenny
jedoch schon bald entdecken, dass sich hinter der blutigen Tat sehr viel mehr
verbirgt, als zunächst vermutet...
Die Story (etwas ausführlicher):
Los Angeles am 30. Dezember 1999. Kurz vor der Jahrtausendwende befindet sich
die kalifornische Metropole im Ausnahmezustand. Rassenunruhen und Gewaltverbrechen
sind an der Tagesordnung und erhalten durch den Mord an einem bekannten farbigen
Rap-Aktivisten noch neuen Auftrieb. Den Clip-Dealer Lenny Nero berühren diese
Dinge allerdings wenig. Er will nur seine täuschend echten Sex & Crime-Filmchen
verticken, von denen er längst selbst abhängig geworden ist. Eines Tages gerät
ihm jedoch ein Snuff-Movie in die Hände, das ihn aus seiner Lethargie reißt.
Der Clip zeigt die Vergewaltigung und anschließende Ermordung der Prostituierten
Iris, die ihm immer wieder heiße Bilderware besorgt hat. Aufgeschreckt versucht
der Ex-Cop Lenny den Hintergründen der Tat auf die Spur zu kommen. Vermutet er
doch nicht nur Gefahr für sich selbst, sondern auch für seine frühere Freundin
Faith, die er immer noch liebt. Hilfe bei seinen Nachforschungen erhält er von
der taffen Chauffeuse Mace und dem zynischen Privatdetektiv Max. Doch als Lenny
schließlich das wahre Ausmaß des Verbrechens erkennt, ist es fast zu spät. Der
Silvesterabend ist angebrochen, auf den Straßen rumort es kräftig, und der
Mörder wartet bereits vor Lennys Tür...
Neun Jahre arbeitete Kathryn Bigelow, weltweit die einzige Regisseurin, die in
der Liga des Big-Budget-Actionfilms mitspielt, an diesem Film. Mit von der Partie
war auch ihr Ex-Ehemann James Cameron ("Titanic"), der gemeinsam mit Jay Cocks
das Drehbuch zu "Strange Days" schrieb und zusätzlich die Produktion übernahm.
Heraus kam bei diesem ungewöhnlichen Kraftakt ein ebenso faszinierender
Bilderrausch wie eine hintersinnige Parabel zum Thema Voyeurismus und
Entertainment-Wahn, der die Sucht nach immer extremeren Erfahrungen nährt.
Die perfekte Verkörperung des abhängigen Junkies Lenny, der mit der gefährlichen
Bilder-Droge dealt, fand Regisseurin Bigelow in dem britischen Schauspieler Ralph
Fiennes. Berühmt geworden als ungarischer Graf Almásy in dem preisgekrönten
Melodram "Der englische Patient", bewies der blonde Brite mit den feinen
Gesichtszügen in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Bandbreite seiner
Schauspielkunst. Als perfider KZ-Aufseher in Steven Spielbergs Holocaust-Drama
"Schindlers Liste" überzeugte er ebenso wie als Schizophrenie-Kranker in David
Cronenbergs "Spider" oder als verbitterter Liebhaber in "Das Ende einer Affäre".
Seinem wunderbar teuflischen Auftritt in dem Thriller "Roter Drache" dürfte er
seine neueste Rolle zu verdanken haben. Als abgrundtief böser Lord Voldemort
steht er gerade für das neueste Harry-Potter-Abenteuer "Harry Potter und der
Feuerkelch" vor der Kamera. Ein echtes Familienunternehmen dagegen ist das
Drama "Chromophobia", bei dem seine Schwester Martha Fiennes die Regie führt
und die Brüder Ralph und Joseph ("Shakespeare in Love") erstmals gemeinsam vor
der Kamera stehen.
Als attraktiver Schutzengel Mace beweist Angela Bassett, eine der erfolgreichsten
afro-amerikanischen Schauspielerinnen, einmal mehr ihre kraftvolle Präsenz. Viel
zu selten werden der begabten Darstellerin gute Hauptrollen im männerdominierten
US-Kino angeboten. Die Rolle der jungen Tina Turner in "What's Love Got to Do
with It" blieb da leider eine seltene Ausnahme. Doch mit interessanten
Nebenrollen in Produktionen wie "Contact", "Malcolm X", oder "Music of the
Heart" geriet sie zum Glück nie ganz in Vergessenheit. Dafür werden auch ihre
neuesten Filme sorgen: Abgedreht hat sie Anfang des Jahres das Drama "The Lazarus
Child". Vor kurzem stand sie gemeinsam mit Brad Pitt und Angelina Jolie für den
Action-Thriller "Mr. and Mrs. Smith" vor der Kamera. [ZDF]
Pressestimmen: "Es ist diese grandios simple Clip-Idee, die "Strange Days" ... zu
mehr macht als nur einem weiteren apokalyptisch ambitionierten Zukunftspanorama
auf den Spuren des "Blade Runner" oder des "Terminator"." [Spiegel]
Der Entwurf einer gewalttätigen, morallosen Welt gelingt dabei in einigen Szenen
mit solcher Intensität, dass dieser Film zum erstenmal seit "Blade Runner" für
den Sciencefiction-Film neue Maßstäbe setzt." [film-dienst]
"Strange Days", das ist Kino, bei dem einem das Sehen und Hören im wahrsten
Sinne des Wortes vergeht." [Blickpunkt Film]
"Dem Produzenten von "Terminator 2" oder "True Lies" und der talentierten
Regisseurin von "Point Break" ("Gefährliche Brandung", Anm. d. Red.), "Near
Dark" und "Blue Steel" ist ein weiterer Meilenstein in den Annalen der
Kultfilme gelungen." [Filmecho/Filmwoche]
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