Film: Strange Days

 


 Titel  Strange Days
 Land  USA
 Jahr  1995
 Genre  Krimi
    Thriller
 Länge Fernsehen  135 min.
 FSK Fernsehen  16
 Regie  Kathryn Bigelow
 Buch / Drehbuch  James Cameron
 Musik  Graeme Revell
 TV-Ausstrahlungen  13. Dezember 2004, 22 Uhr 15 in ZDF
    15. Dezember 2004, 1 Uhr 25 in ZDF
 Darsteller  Ralph Fiennes als Lenny Nero
    Angela Bassett als Mace
    Juliette Lewis als Faith Justin
    Tom Sizemore als Max Peltier
    Michael Wincott als Philo Gant
    Vincent D'Onofrio als Burton Steckler
    Brigitte Bako als Iris

Mit Kultfilmen des Sciencefiction-Genres wie "Blade Runner" und "Terminator" wurde er verglichen - Kathryn Bigelows düsterer Zukunftsthriller "Strange Days". Die amerikanische Ausnahmeregisseurin ("Gefährliche Brandung") schuf hier einen albtraumhaften, visuell beeindruckenden Horrortrip in eine nahe Zukunft, der tricktechnisch und formal neue Maßstäbe setzte.

Die Story: Ex-Cop Lenny Nero dealt mit verbotenen Sex & Crime-Clips, die dem Kunden größtmögliche Realität vorspiegeln. Eines Tages wird ihm das Video zu einer Mordtat zugespielt. Das Opfer ist eine seiner Kontaktpersonen aus der Prostituiertenszene. Bei seinen Nachforschungen muss der umtriebige Lenny jedoch schon bald entdecken, dass sich hinter der blutigen Tat sehr viel mehr verbirgt, als zunächst vermutet...

Die Story (etwas ausführlicher): Los Angeles am 30. Dezember 1999. Kurz vor der Jahrtausendwende befindet sich die kalifornische Metropole im Ausnahmezustand. Rassenunruhen und Gewaltverbrechen sind an der Tagesordnung und erhalten durch den Mord an einem bekannten farbigen Rap-Aktivisten noch neuen Auftrieb. Den Clip-Dealer Lenny Nero berühren diese Dinge allerdings wenig. Er will nur seine täuschend echten Sex & Crime-Filmchen verticken, von denen er längst selbst abhängig geworden ist. Eines Tages gerät ihm jedoch ein Snuff-Movie in die Hände, das ihn aus seiner Lethargie reißt. Der Clip zeigt die Vergewaltigung und anschließende Ermordung der Prostituierten Iris, die ihm immer wieder heiße Bilderware besorgt hat. Aufgeschreckt versucht der Ex-Cop Lenny den Hintergründen der Tat auf die Spur zu kommen. Vermutet er doch nicht nur Gefahr für sich selbst, sondern auch für seine frühere Freundin Faith, die er immer noch liebt. Hilfe bei seinen Nachforschungen erhält er von der taffen Chauffeuse Mace und dem zynischen Privatdetektiv Max. Doch als Lenny schließlich das wahre Ausmaß des Verbrechens erkennt, ist es fast zu spät. Der Silvesterabend ist angebrochen, auf den Straßen rumort es kräftig, und der Mörder wartet bereits vor Lennys Tür...

Neun Jahre arbeitete Kathryn Bigelow, weltweit die einzige Regisseurin, die in der Liga des Big-Budget-Actionfilms mitspielt, an diesem Film. Mit von der Partie war auch ihr Ex-Ehemann James Cameron ("Titanic"), der gemeinsam mit Jay Cocks das Drehbuch zu "Strange Days" schrieb und zusätzlich die Produktion übernahm. Heraus kam bei diesem ungewöhnlichen Kraftakt ein ebenso faszinierender Bilderrausch wie eine hintersinnige Parabel zum Thema Voyeurismus und Entertainment-Wahn, der die Sucht nach immer extremeren Erfahrungen nährt.

Die perfekte Verkörperung des abhängigen Junkies Lenny, der mit der gefährlichen Bilder-Droge dealt, fand Regisseurin Bigelow in dem britischen Schauspieler Ralph Fiennes. Berühmt geworden als ungarischer Graf Almásy in dem preisgekrönten Melodram "Der englische Patient", bewies der blonde Brite mit den feinen Gesichtszügen in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Bandbreite seiner Schauspielkunst. Als perfider KZ-Aufseher in Steven Spielbergs Holocaust-Drama "Schindlers Liste" überzeugte er ebenso wie als Schizophrenie-Kranker in David Cronenbergs "Spider" oder als verbitterter Liebhaber in "Das Ende einer Affäre". Seinem wunderbar teuflischen Auftritt in dem Thriller "Roter Drache" dürfte er seine neueste Rolle zu verdanken haben. Als abgrundtief böser Lord Voldemort steht er gerade für das neueste Harry-Potter-Abenteuer "Harry Potter und der Feuerkelch" vor der Kamera. Ein echtes Familienunternehmen dagegen ist das Drama "Chromophobia", bei dem seine Schwester Martha Fiennes die Regie führt und die Brüder Ralph und Joseph ("Shakespeare in Love") erstmals gemeinsam vor der Kamera stehen.

Als attraktiver Schutzengel Mace beweist Angela Bassett, eine der erfolgreichsten afro-amerikanischen Schauspielerinnen, einmal mehr ihre kraftvolle Präsenz. Viel zu selten werden der begabten Darstellerin gute Hauptrollen im männerdominierten US-Kino angeboten. Die Rolle der jungen Tina Turner in "What's Love Got to Do with It" blieb da leider eine seltene Ausnahme. Doch mit interessanten Nebenrollen in Produktionen wie "Contact", "Malcolm X", oder "Music of the Heart" geriet sie zum Glück nie ganz in Vergessenheit. Dafür werden auch ihre neuesten Filme sorgen: Abgedreht hat sie Anfang des Jahres das Drama "The Lazarus Child". Vor kurzem stand sie gemeinsam mit Brad Pitt und Angelina Jolie für den Action-Thriller "Mr. and Mrs. Smith" vor der Kamera. [ZDF]

Pressestimmen: "Es ist diese grandios simple Clip-Idee, die "Strange Days" ... zu mehr macht als nur einem weiteren apokalyptisch ambitionierten Zukunftspanorama auf den Spuren des "Blade Runner" oder des "Terminator"." [Spiegel]

Der Entwurf einer gewalttätigen, morallosen Welt gelingt dabei in einigen Szenen mit solcher Intensität, dass dieser Film zum erstenmal seit "Blade Runner" für den Sciencefiction-Film neue Maßstäbe setzt." [film-dienst]

"Strange Days", das ist Kino, bei dem einem das Sehen und Hören im wahrsten Sinne des Wortes vergeht." [Blickpunkt Film]

"Dem Produzenten von "Terminator 2" oder "True Lies" und der talentierten Regisseurin von "Point Break" ("Gefährliche Brandung", Anm. d. Red.), "Near Dark" und "Blue Steel" ist ein weiterer Meilenstein in den Annalen der Kultfilme gelungen." [Filmecho/Filmwoche]

 
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aktualisiert am 2004-12-13...2005-09-15 durch JSD