|
Ein mystisches Land mit majestätischen Schlössern, verbotenen Zauberwäldern,
sprechenden Tieren und einem bösen Zauberer. Hier kämpft ein tapferer Prinz
unerschrocken gegen die Mächte des Bösen und findet seine wahre Liebe: die
anmutige Prinzessin Odette, die der skrupellose Zauberer Rothbart in einen
Schwan verwandelt hat. Mit Hilfe von drei treuen Freunden - dem französischen
Frosch Jean-Bob, der langsamen, aber zu allem entschlossenen Schildkröte Speed
und dem cleveren Papageientaucher Puffin finden die Schwanenprinzessin und ihr
edler Prinz nach vielen aufregenden Abenteuern endlich zueinander und durchkreuzen
die Pläne des finsteren Zauberers.
Königin Uberta und König William herrschen über zwei große Reiche, und ihre beiden
kleinen Sprößlinge, Prinz Derek und Prinzessin Odette, sollen heiraten, um die beiden
Länder zu vereinen. Kaum erwachsen, verlieben sich die Thronfolger tatsächlich
ineinander. Doch ausgerechnet vor der Trauung wird Odette von dem bösen Rothbart
entführt, der sie seinerseits heiraten möchte. Weil Odette sich weigert, verwandelt
sie der Magier in einen Schwan - und nur Dereks Liebe kann sie von diesem Fluch
wieder befreien. Der ehemalige Disney-Mitarbeiter Richard Rich hat sich bei der
Story seines Zeichentrickfilmabenteuers eng an seine Vorlage, den Märchen-Klassiker
'Schwanensee', gehalten. Der Regisseur, der sich 1986 selbständig machte, verzichtet
hier auf technische Kabinettstückchen und vertraut ganz dem klassischen Zeichen-Stil.
Dadurch erhält 'Die Schwanenprinzessin' die bezaubernde romantische Atmosphäre. Ein
liebevolles Animations-Märchen, ideal für das ganz junge Publikum. [VideoWoche]
Die deutsche Premiere von "Die Schwanenprinzessin" auf dem 18. KinderFilmfest Berlin
(im Rahmen der Filmfestspiele) war ein voller Erfolg. Trotz des eingesprochenen
deutschen Texts blieben die kleinen Zuschauer gebannt bis zur letzten Minute, was
eigentlich schon genug über die Qualität des ersten abendfüllenden Trickfilm aus
den 1986 gegründeten Rich Animation Studios verrät. Regisseur und Produzent Richard
Rich stammt aus der Schule Disneys und gehört sicherlich zu denen, die Disney in
Zukunft Konkurrenz machen werden können. "Die Schwanenprinzessin" basiert, wie der
Titel unschwer vermuten läßt, auf dem klassichen Märchen "Schwanensee". Die
Herrscher zweier Königreiche wollen ihre Kinder Derek und Odette miteinander
verbandeln. Die Erbfolger entpuppen sich jedoch als ausgemachte Zankäpfel. Als
aus Derek ein gutgewachsener Mann und aus Odette eine bezaubernde Schönheit
geworden ist, spüren die beiden zum ersten Mal Liebe zueinander. Nichts mehr steht
einer Hochzeit im Wege, aber Derek vermasselt die Sache mit seiner oberflächlichen
Hochschätzung nur der äußerlichen Werte Odettes. In Begleitung ihres Vaters reist
die stolze Prinzessin gekränkt wieder ab. Unterwegs tritt ihnen Rothbart, der
Erzfeind des Königs, in den Weg und verwandelt sich mithilfe schwarzer Magie in
ein unbesiegbares Drachenwesen. Er tötet Odettes Vater und verschleppt sie, um
durch eine erzwungene Hochzeit ganz rechtmäßig den Thron zu besteigen. Als Odette
sich standhaft weigert, verbannt er sie auf einen abgelegenen See und verwandelt
sie in einen Schwan. Nur wenn das Mondlicht auf den See scheint, erhält sie ihre
ursprüngliche Gestalt und einzig wahre Liebe kann sie auf immer von dem Fluch
erlösen. Derweil macht sich Prinz Derek auf die Suche nach seiner Geliebten.
Auch Odette, unterstützt von Schildkröte Speed, Frosch Jean-Paul und dem irischen
Kauz Puffin, läßt nichts unversucht, dem schrecklichen Zauberer zu entkommen.
"Die Schwanenprinzessin" beruft sich auf die alten Werte des Trickfilms. Nicht
Computeranimationen, sondern ruhige Einstellungen sowie eine "klassische"
Schnittbearbeitung bestimmen das Bild der gewaltfreien, familiengerechten Story.
Während die Hintergrundgestaltung manchmal etwas flach und unbewegt bleibt, sind
die Charaktere mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Wenn es gelingt, den Witz
der Originalfassung, in der der französische Frosch vom grandiosen John Cleese
und das düstere Timbre Rothbarts von Jack Palance geliefert werden, in der deutschen
Synchronisation zu bewahren, stehen die Erfolgschancen für "Die Schwanenprinzessin"
bei der Zielgruppe der Kinder bestens. [Blickpunkt Film]
|