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Der in sich gekehrte Zeitungsdrucker Quoyle zieht nach dem Unfalltod seiner Frau
Petal mit seiner resoluten Tante Agnis und der kleinen Tochter Bunny (Alissa,
Kaitlyn und Lauren Gainer) aus der US-Provinz nach Killick-Claw, einem winzigen
Fischernest an der Küste Neufundlands. Ein bisschen viel Wasser für einen Mann,
dem der Vater einst mit brutaler Gewalt das Schwimmen beizubringen versuchte,
doch dank Agnis' tatkräftiger Unterstützung richtet sich die Patchworkfamilie
bald ein in dem windschiefen Haus auf den Klippen.
Und Quoyle findet zu seiner eigenen Überraschung auch Arbeit - bei der
Lokalzeitung "The Gammy Bird", für die er nach einigen Anlaufschwierigkeiten
schließlich in der Kolumne "Schiffsmeldungen" die Geschichten anlegender Boote
und ihrer Besitzer aufschreibt. Die Arbeit stabilisiert Quoyles angeschlagene
Gemütslage, doch privat wird er weiterhin von Dämonen gequält - er hat Albträume
von seiner toten Ehefrau, der er sich zu Lebzeiten längst entfremdet hatte,
ohne sich das Scheitern seiner Ehe wirklich eingestehen zu können.
"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei", heißt es bereits in der Bibel,
und auch Quoyle bleibt nicht ewig allein. Im Gegenteil, er macht eine ganze
Reihe von Bekanntschaften mit den teilweise kauzigen Bewohnern der Gegend,
darunter sein Arbeitgeber Jack Buggit und seine Kollegen Tert Card, Beaufield
Nutbeem und Billy Pretty. Quoyle lernt, dass er mit seinen Ängsten und Sorgen
nicht allein ist, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Niemand kommt in
diesem Leben ohne geplatzte Träume oder Verletzungen davon; auch in der Familie
- oder gerade dort - bleibt man nicht verschont. Doch es gibt immer einen Grund
weiterzumachen - und manchmal hat der Grund einen ausgefallenen Namen und zwei
hübsche Beine: Quoyle trifft in Killick-Claw die allein stehende Mutter eines
behinderten Jungen, Wavey Prowse...
Seit dem 11. September 2001 kennen zumindest einige Leute Ganter - einen sehr
kleinen Ort auf Neufundland, der aber immerhin eine Jumbojet-taugliche Landebahn
besitzt. Aber kennen sie auch Killick-Claw? Dorthin verschlägt es
Oscar-Preisträger Kevin Spacey ("American Beauty"), dessen Regiedebüt "Beyond
the Sea" dieses Jahr beim Festival in Toronto Premiere hatte, in der poetischen
Verfilmung von E. Annie Proulx' Roman "Schiffsmeldungen", einen u.a. mit dem
Pulitzerpreis ausgezeichneten Bestseller.
"Sein Name ist Quoyle, und wenn sich der Mann nicht mitunter bewegte, dann
könnte sich niemand sicher sein, dass er überhaupt noch am Leben ist - oder
es je wirklich war..." Zit. nach dem Presseheft zum Film.
Obwohl für das Drehbuch gegenüber dem Roman einige Änderungen vorgenommen
wurden, zeigte sich die Autorin E. Annie Proulx von der sensiblen Verfilmung
Lasse Hallströms begeistert: "SCHIFFSMELDUNGEN ist wunderschön, bewegend,
vergnüglich - und die virtuose Schauspielerei, Lasse Hallströms intelligenter
Blick fürs Detail und die kraftvolle Landschaft Neufeundlands ergeben einen
brillanten wie ungewöhnlichen Film, den ich mir besser nicht hätte erträumen
können."
"Die eindringliche Adaption des gleichnamigen Romans von E. Annie Proulx
überrascht durch ihren beiläufigen Humor, der die Schicksalhaftigkeit der
Erzählung wohltuend durchbricht. Mit ebenso poetischen wie symbolischen
Bildern einer unwirtlichen, in klammer Kälte, Eis und Schnee erstarrten
Winterlandschaft führt der Film in ein fantasievolles Zwischenreich, das
viel zur Erklärung der Charaktere und ihrer Handlungen beiträgt. Besonders
überzeugt dabei die unaufdringliche Wandlungsgeschichte eines Menschen, dem
es durch Beständigkeit, Mut und die Zuwendung anderer gelingt, den Ängsten
der Kindheit Herr zu werden und sich über alle physischen und psychischen
Einschränkungen hinweg zu setzen." [ZDF]
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