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"Die Mumie" ist ein Remake des gleichnamigen Horrorfilmes aus dem Jahre 1933
mit Boris Karloff als bandagiertem Plagegeist. 1995 beschlossen die Universal
Studios dann, den Untoten zu neuem Leben zu erwecken, und zwar mit Hilfe von
Industrial, Light & Magic, der Nummer 1 in Sachen Specialeffects.
Der Hohepriester Imhotep (Arnold Vosloo) wird beim Tete-á-tete mit der
Geliebten des Pharaos erwischt und daraufhin mit dem schlimmsten Fluch belegt,
den die alten Ägypter zu bieten hatten: er wird bei lebendigem Leibe
mumifiziert. Von diesem Zeitpunkt an "lebt" Imhotep für immer als Untoter in
seinem Sarg; es sei denn, irgendjemand befreit ihn.... 3000 Jahre später:
Legionär Rick O' Connel (Brendan Fraser) soll die Ägyptologin Evelyn (Rachel
Weisz) und deren Bruder Jonathan (John Hannah) zur Schatzsuche nach Hamunpatra
führen. Diese sagenumwobene Stadt hat tatsächlich einige Schätze zu bieten,
aber leider auch den bösen Imhotep. Zusammen mit einer Gruppe Engländer wird
die Stadt unsicher gemacht, aber anstelle eines Schatzes finden sie nur den
netten Mann im Sarkophag. Von nun an treibt Imhotep sein Unwesen in Theben und
nach drei Jahrtausenden im Sarg hat sich bei ihm verständlicherweise
allerhand Frust angesammelt. So stattet er seine alten, verwesten Knochen erst
mal mit Fleisch und Blut aus; mit anderen Worten: zur vollständigen
Wiederherstellung seines Körpers muss der Mumie eine Handvoll armer Ägypter
als biologischer Bausatz zur Verfügung stehen und aus Rache lässt er auch
noch die altbewährten zehn Plagen auf das Volk los. So beginnt ein Kampf auf
Leben und Tod, denn Evelyn soll Imhotep als Opfer dienen, um seine ehemalige
Geliebte Anck-Su-Namun (Patricia Velazquez) wieder zum Leben zu erwecken...
Zunächst mal das Positive: die Effekte sind wirklich erste Sahne.
Heuschreckenschwärme, Meteore, die vom Himmel fallen, Wasser, das zu Blut
wird und natürlich die entfesselte Mumie höchstpersönlich rechtfertigen den
Besuch im Kino ohne weiteres und an Spannung fehlt es auch nicht. Leider fehlt
dem Film die letzte Konsequenz. Vielleicht hätte man sich vorher entscheiden
sollen, ob man einen Horrorfilm oder eine Komödie dreht. Man hat sich für
eine Mischung entschieden, und so entsteht letztlich doch wieder nur
gewöhnliches Mainstreamkino: von allem ein bisschen, um es jedem recht zu
machen. Alles erinnert sehr stark an die Indiana Jones - Filme. Und dann darf
in einem solchen Film eine Liebesgeschichte natürlich auch nicht fehlen. Die
passt leider wie die Faust auf's Auge und dass Evelyn und der tapfere Rick am
Ende zueinander finden ist -gähn- mal wieder von vorneherein absehbar. Aber
das alles ist bei dem Film sowieso nebensächlich. Die Mumie tobt, und das ist
es, worauf es in diesen 120 Minuten ankommt, insofern ist "The Mummy" ohne
weiteres ein Film, den man sich anschauen kann; gutes Popcornkino. Nicht mehr
und nicht weniger. [/MINT-NET/FREIZEIT/KINO 19990603]
Archäologen und Schatzsucher entdecken 1925 in Ägypten das Grab eines vor 3000
Jahren lebendig begrabenen Hohen Priesters, der dadurch zu neuem Leben erweckt wird.
Remake des Klassikers von Karl Freund aus dem Jahr 1932, ungeniert umfunktioniert
und banalisiert zum Spezialeffekt-Abenteuer um einen ägyptischen Hohepriester, der
mit einem ähnlichen Fluch wie Dracula beladen ist: keine Ruhe ohne reine Liebe.
[AZ, 2.6.1999]
Ein mit einem Fluch beladener und vor 3000 Jahren lebendig mumifizierter frevelhafter
Hohepriester wird von Archäologen und Schatzsuchern unabsichtlich zu neuem Leben
erweckt und bedroht nun die Welt. Exotisches Abenteuerspektakel im Stile von Iniana
Jones, das zwar Horrorsequenzen durchaus ausspielt, aber auch einen ironischen
Unterton nie ganz verliert. Perfekte visuelle Effekte werden wirkungsvoll mit
klassischen Mustern der Filmgeschichte verknüpft. [Multimedia]
Ein vor 3000 Jahren lebendig begrabener ägyptischer Hohepriester wird zu neuem Leben
erweckt und erfüllt Archäologen und Schatzsucher gleichermaßen mit Schrecken.
Neuverfilmung des alten Karl Freund-Stoffes von 1932. Die an klassischen Vorbildern
des Abenteuer-und Monumentalfilms orientierte Inszenierung bemüht sich bei aller
äußerlichen Effekthascherei um einen ironischen Unterton, der den Film zumindest
streckenweise amüsant macht. Dabei geht mit der Vergröberung des Stoffs zum event
movie die intime Atmosphäre der Vorlage verloren. [Zoom, 6-7/1999]
Die Original-Mumie mit Boris Karloff hat damals 196 161 Dollar gekostet - wie teuer
war Ihre?
James Jacks: Wir liegen etwas darüber. Das ursprüngliche Budget war mit 75 Millionen
Dollar angesetzt. Da wir uns bei der Post-Produktion beeilen mußten, haben wir etwas
überzogen und liegen knapp unter 80 Millionen Dollar. Gut ein Viertel des Etats ist
in die Spezialeffekte geflossen. Industrial Light&Magic hat uns genauso viel gekostet,
wie ein Mel Gibson.
Mußten Sie sich beeilen, weil Ihnen "Star Wars" im Nacken saß?
Jacks: Es wäre keine gute Idee, mit einem Special Effect-Film erst nach "Star Wars"
zu starten, wenngleich unsere Mumie ganz andere Effekte bietet. Wir haben an dem
Drehbuch sechs Jahre gearbeitet, es gab ganz verschiedene Konzepte vom zeitgenössischen
Drama bis zum blutigen Horrorfilm. Beteiligt waren im Laufe der Zeit so unterschiedliche
Leute wie Clive Barker, Joe Dante oder John Sayles. Die jetzige Version ist ein
romantischer Abenteuer-Action-Film mit Humor, etwa im Stil von "Indiana Jones".
Und er ist viel aufwendiger geworden als ursprünglich geplant.
[Produzent James Jacks im Interview mit Dieter Oswald, Filmecho/Filmwoche, 22.5.1999]
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