Film: Mahler

 


 Titel  Mahler
 Land  Großbritannien
 Jahr  1974
 Länge Fernsehen  111 min.
 Regie  Ken Russell
 Kamera  Dick Bush
 Buch / Drehbuch  Ken Russell
 Musik  Gustav Mahler
    Bernard Haitink
 TV-Ausstrahlungen  3. Juni 2004, 1 Uhr 35 in ARD
 Darsteller  Robert Powell als Gustav Mahler
    Georgina Hale als Alma Mahler
    Lee Montague als Bernhard Mahler
    Miriam Karlin als Tante Rosa
    Rosalie Crutchley als Marie Mahler
    Gary Rich als Gustav Mahler als Kind
    Richard Morant als Max
    Angela Down als Justine Mahler
    Antonia Ellis als Cosima Wagner
    Ronald Pickup als Niko
    Peter Eyre als Otto Mahler
    Dana Gillespie als Anna von Mildenburg
    George Coulouris als Doktor Roth
    David Collings als Hugo Wolf
    Arnold Yarrow als Großvater
    David Trevena als Doktor Richter

Während einer Zugfahrt nach Wien erinnert sich der schwer kranke Komponist Gustav Mahler einiger entscheidender Stationen seines Lebens: die unglückliche Kindheit in Böhmen, seine ersten kompositorischen Versuche, schließlich sein Durchbruch zum Erfolg. Und als immer wiederkehrendes Motiv: seine maßlose Egozentrik und seine krankhafte Eifersucht, die seine Ehe zu zerstören droht. "Mahler" ist eine bildgewaltige Film-Biografie des ebenso genialen wie launischen Komponisten, inszeniert von dem britischen Regie-Exzentriker Ken Russell ("Tommy").

Nach einer anstrengenden Konzertreise kehrt der österreichische Starkomponist und Dirigent Gustav Mahler zurück in seine Heimatstadt Wien. Er ist depressiv und von einer vermeintlichen Halsentzündung stark geschwächt. Während der langen Zugfahrt gerät der launische Komponist immer wieder mit seiner Frau Alma in Streit. Die Auseinandersetzungen lassen Mahler über sein Leben und seinen Werdegang sinnieren. Er erinnert sich seiner schweren Kindheit in einer gläubigen jüdischen Familie mit zwölf Kindern. Der Vater schickt ihn zum Klavierunterricht, obwohl der kleine Gustav viel lieber Komposition erlernen würde. In einer kleinen, an einem malerischen Bergsee gelegenen Hütte komponiert Mahler als junger Mann seine ersten Stücke. Er will in seinen Werken "das Wesen der Natur" zum Ausdruck bringen. Anders als seinen ebenfalls künstlerisch begabten Geschwistern gelingt ihm der Durchbruch - was zu Eifersüchteleien führt, zumal Gustav einige seiner Geschwister finanziell unterstützen muss.

Zurück in der Gegenwart des ratternden Zugabteils vergeht Mahler derweil vor Eifersucht auf den Mitreisenden Max, der schon lange in Alma verliebt ist und sie dazu bewegen will, ihren selbstsüchtigen Mann zu verlassen. In surrealen Fieberträumen erlebt Mahler seine eigene Beerdigung, während Max und Alma miteinander glücklich werden. Tatsächlich fühlt Alma sich von ihrem Gatten zurückgesetzt, der seiner Karriere alles unterordnet - und sogar bereit war, den jüdischen Glauben aufzugeben und zum Katholizismus zu konvertieren - ein Schritt, der seinen Werdegang in der Wiener Opernszene erheblich beschleunigte. Als die liebevolle Alma ihm schließlich versichert, dass sie ihn nicht für Max verlassen wird, ist Mahler überglücklich. Bei der Ankunft in Wien ist er von überschwänglicher Lebensfreude erfüllt. Was er nicht ahnt: die Halsbeschwerden sind Symptome einer schweren Herzentzündung. Mahler hat nur noch wenige Wochen zu leben.

Der britische Regisseur Ken Russell ("Die Hure") hat mit "Mahler" eine außergewöhnliche Film-Biografie des legendären Komponisten geschaffen. In einer extravaganten, symbolhaften Bildsprache vermittelt er ein Gefühl für das zerrüttete Seelenleben Mahlers, ohne die Schattenseiten seines Charakters auszusparen. In der Titelrolle beeindruckt Robert Powell ("Tommy") mit einer außerordentlich nuancenreichen Darstellung. Georgina Hale wurde für ihre Leistung als Mahlers Ehefrau Alma mit dem britischen "Academy Award" ausgezeichnet.

 
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aktualisiert am 2004-06-03...2005-05-05 durch JSD