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Während einer Zugfahrt nach Wien erinnert sich der schwer kranke Komponist
Gustav Mahler einiger entscheidender Stationen seines Lebens: die unglückliche
Kindheit in Böhmen, seine ersten kompositorischen Versuche, schließlich sein
Durchbruch zum Erfolg. Und als immer wiederkehrendes Motiv: seine maßlose
Egozentrik und seine krankhafte Eifersucht, die seine Ehe zu zerstören droht.
"Mahler" ist eine bildgewaltige Film-Biografie des ebenso genialen wie launischen
Komponisten, inszeniert von dem britischen Regie-Exzentriker Ken Russell ("Tommy").
Nach einer anstrengenden Konzertreise kehrt der österreichische Starkomponist
und Dirigent Gustav Mahler zurück in seine Heimatstadt Wien. Er
ist depressiv und von einer vermeintlichen Halsentzündung stark geschwächt.
Während der langen Zugfahrt gerät der launische Komponist immer wieder mit
seiner Frau Alma in Streit. Die Auseinandersetzungen lassen Mahler über sein
Leben und seinen Werdegang sinnieren. Er erinnert sich seiner schweren Kindheit
in einer gläubigen jüdischen Familie mit zwölf Kindern. Der Vater schickt ihn
zum Klavierunterricht, obwohl der kleine Gustav viel lieber Komposition
erlernen würde. In einer kleinen, an einem malerischen Bergsee gelegenen Hütte
komponiert Mahler als junger Mann seine ersten Stücke. Er will in seinen Werken
"das Wesen der Natur" zum Ausdruck bringen. Anders als seinen ebenfalls künstlerisch
begabten Geschwistern gelingt ihm der Durchbruch - was zu Eifersüchteleien führt,
zumal Gustav einige seiner Geschwister finanziell unterstützen muss.
Zurück in der Gegenwart des ratternden Zugabteils vergeht Mahler derweil vor
Eifersucht auf den Mitreisenden Max, der schon lange in Alma verliebt ist und
sie dazu bewegen will, ihren selbstsüchtigen Mann zu verlassen. In surrealen
Fieberträumen erlebt Mahler seine eigene Beerdigung, während Max und Alma
miteinander glücklich werden. Tatsächlich fühlt Alma sich von ihrem Gatten
zurückgesetzt, der seiner Karriere alles unterordnet - und sogar bereit war,
den jüdischen Glauben aufzugeben und zum Katholizismus zu konvertieren - ein
Schritt, der seinen Werdegang in der Wiener Opernszene erheblich beschleunigte.
Als die liebevolle Alma ihm schließlich versichert, dass sie ihn nicht für Max
verlassen wird, ist Mahler überglücklich. Bei der Ankunft in Wien ist er von
überschwänglicher Lebensfreude erfüllt. Was er nicht ahnt: die Halsbeschwerden
sind Symptome einer schweren Herzentzündung. Mahler hat nur noch wenige Wochen
zu leben.
Der britische Regisseur Ken Russell ("Die Hure") hat mit "Mahler" eine
außergewöhnliche Film-Biografie des legendären Komponisten geschaffen. In
einer extravaganten, symbolhaften Bildsprache vermittelt er ein Gefühl für
das zerrüttete Seelenleben Mahlers, ohne die Schattenseiten seines Charakters
auszusparen. In der Titelrolle beeindruckt Robert Powell ("Tommy") mit einer
außerordentlich nuancenreichen Darstellung. Georgina Hale wurde für ihre
Leistung als Mahlers Ehefrau Alma mit dem britischen "Academy Award"
ausgezeichnet.
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