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Jimmy Kilmartin war ein erfolgreicher Autoknacker, doch jetzt will er mit
Ehefrau Bev und Töchterchen Corinna ein ruhiges und ehrliches Leben führen.
Als sein nichtsnutziger Cousin Ronnie ihn jedoch verzweifelt um einen letzten
Gefallen bittet, kann er nicht nein sagen. Ein folgenschwerer Fehler, denn der
groß angelegte nächtliche Autodiebstahl geht schief, und Jimmy wandert für
Jahre hinter Gitter. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung seiner
Familie nennt der Pechvogel trotz diverser Angebote der Staatsanwaltschaft
nicht die Namen der Hintermänner. Doch der ehrgeizige Justizbeamte Zioli lässt
nicht locker. Er will mit Jimmys Hilfe dem Autoknacker-Ring um Gangsterboss
"Little Junior" endlich das Handwerk legen. Aber erst als Jimmys Frau durch
die skrupellosen Machenschaften von Cousin Ronny ums Leben kommt, ist der
verbitterte Gefangene zu einer Zusammenarbeit bereit. Als Spion der
Staatsanwaltschaft erschleicht sich Jimmy das Vertrauen von "Little Junior".
Doch nicht nur Jimmy treibt ein gefährliches Doppelspiel. Auch FBI und
Staatsanwaltschaft liefern sich eine Schlacht um den größten Fahndungserfolg.
Und der rachedurstige Alleinkämpfer wird immer mehr zum Spielball zwischen
den Fronten...
Kleingauner Jimmy läßt sich von seinem Vetter zu einem letzten großen Coup
überreden. Der Überfall mißlingt und Jimmy landet wieder einmal im Gefängnis.
Als Mann von Ehre verrät er seine Komplizen und den Auftraggeber Little Junior
nicht, doch als seine Frau Bev bei einem Autounfall stirbt, erfährt Jimmy, daß
sein Vetter dafür verantwortlich ist. Die Möglichkeit zur Rache bietet ihm ein
skrupelloser Staatsanwalt, der ihm vorschlägt, sich als V-Mann in die Szene
einschleusen zu lassen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Packendes, auch stilistisch überzeugendes Remake des Kriminalfilm-Klassikers
'Der Todeskuß' (1947) von Henry Hathaway. Neu sind die kriminelle Szene, das
gewalttätige Autoschiebermilieu, sowie die schwindenden moralischen Grenzen
zwischen Verbrechern und Ordnungshütern. Ein Lob gebührt sämtlichen Darstellern,
allen voran Nicolas Cage als verrücktem, Tanzgirl-stemmenden Muskelprotz. Das
Drehbuch ist sorgfältig ausgearbeitet und birgt auch einige komische Momente.
Eine Spezialität für Thriller-Fans. [VideoWoche]
Keinen Grund zum Lachen gab es, wenn ein manisches Kichern von der Mordlust des
Killers Tommy Udo kündete, mit dem Richard Widmark 1947 in seinem Filmdebüt auf
Anhieb den Durchbruch schaffte. Von Henry Hathaways klassischem Kriminalfilm 'Der
Todeskuß' sind in Barbet Schroeders Neuauflage freilich nur noch Spuren vorhanden.
Geblieben sind ein mordender Psychopath, ein um seine Familie kämpfender Ex-Ganove
und ein Staatsanwalt, der den Resozialisierten hinterlistig in die Mangel nimmt.
Neu ist die kriminelle Szene, das in seinem Gewaltpotential unterschätzte
Autoschiebermilieu, ein undurchschaubares behördliches Interessensgeflecht und
ein Menschenbild, das die moralische Kluft zwischen Gesetzeshüter und -brecher
schwinden läßt. David Caruso, der zuverlässig gute Kinocharakterkopf ('Sein Name
war Mad Dog'), meistert überzeugend seinen ersten Starauftritt, den ihm erst sein
Triumph im TV-Hit 'NYPD Blue - New York Cops' ermöglichte. Seine sympathische
Kinofigur Jimmy Kilmartin ist im Grunde ein exaktes Spiegelbild seines
TV-Charakters: ein in sich ruhender, sensibler Mann, der gegebenenfalls auch
große Härte zeigen kann. Der Autoknacker im Ruhestand hat mit Frau (Helen Hunt)
und Tochter im Leben wieder Fuß gefaßt. Ein letzter Gefallen für seinen Cousin
(Michael Rapaport als gewalttätige Ausgabe von John Turturros 'Millers
Crossing'-Opportunisten) bringt seine fragile bürgerliche Existenz zum Einsturz.
Die Überführung gestohlener Autos für den kriminellen Psychopathen Little Junior
(Nicolas Cage mit 'He-Man'-Body und Asthma-Spray) endet mit einer Schießerei,
in der Jimmy und ein Cop (Samuel L. Jackson) schwer verwundet werden. Kurz vor
Ende seiner Haftstrafe wird der verschwiegene Jimmy von einem skrupellosen
Staatsanwalt (Stanley Tucci) unter Druck gesetzt, sich als Spitzel in Little
Juniors Bande einzuschleusen. Wirkungsvolle Spannung entwickelt 'Kiss Of Death'
aus diesem Undercover-Szenario, das Drehbuchautor Richard Price aber relativ
schnell mit einer Plot-Pointe beendet. Bis zu diesem Punkt ist Regisseur
Schroeders Nachfolger von 'Weiblich, ledig, jung sucht...' ein formal sehr
beachtlicher, von einer erstaunlichen ersten halben Stunde eröffneter Thriller.
Am Ende aber geht Price, dessen skurrile Einfälle auch für humoristische
Einlagen von Format sorgen (absurdes Glanzstück: die Einführung von Cage als
Tanzgirl-stemmender Muskelprotz), ein wenig die Luft aus. Aber da ist man von der
Professionalität dieses harten, aber nie gewaltverliebten Films, den glänzenden
Darstellern und einer schön entwickelten Annäherung zwischen Cop und Ex-Ganove
längst positiv eingenommen. Auch wenn David Carusos Stern in Deutschland noch
nicht aufgegangen ist, sollte dieses gut geölte Stück Unterhaltungskino auch bei
uns auf lebhaftes Zuschauerinteresse stoßen. [kob., Blickpunkt Film]
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