Film: Kiss Of Death

 


 Titel  Kiss Of Death
 Land  USA
 Jahr  1995
 Genre  Krimi
    Drama
    Thriller
 Länge Kino  101 min.
 Länge Fernsehen  95 min.
 FSK Kino  16
 Regie  Barbet Schroeder
 Ausf. Produzent  Jack Baran
 Produzent  Susan Hoffman
    Barbet Schroeder
 Co-Produzent  Richard Price
 sonstiger Produzent  Chris Brigham
 Kamera  Luciano Tovoli
 Buch / Drehbuch  Richard Price
 (Roman-) Vorlage  Eleazar Lipsky
    Ben Hecht (1947)
    Charles Lederer (1947)
 Musik  Trevor Jones
 Schnitt  Lee Percy
 TV-Ausstrahlungen  15. November 2004, 22 Uhr 15 in ZDF
 Darsteller  David Caruso als Jimmy Kilmartin
    Samuel L. Jackson als Calvin Hart
    Nicolas Cage als Little Junior Brown
    Helen Hunt als Bev Kilmartin
    Kathryn Erbe als Rosie Kilmartin
    Stanley Tucci als Frank Zioli
    Michael Rapaport als Ronnie Gannon
    Ving Rhames als Omar
    Philip Baker Hall als Big Junior Brown
    Anthony Heald als Jack Gold
    Angel David als J.J.
    John Costelloe als Cleary
    Lindsay J. Wrinn als Corinna as a Toddler
    Megan L. Wrinn als Corinna as a Toddler
    Katie Sagona als Corinna, 4 Years Old
    Anne Meara als Bev's Mother
    Kevin Corrigan als Kid Selling Infinity
    Hugh Palmer als Naked Man Dancing
    Hope Davis als Junior's Girlfriend
    Richard Price als City Clerk
    Edward McDonald als US Attorney
    Alex Stevens als Convoy Drunk
    Mark Hammer als Judge
    Joe Lisi als Agent at Bungalow
    Frank DiLeo als Big Junior's Friend
    Jason Andrews als Johnny A.
    Sean G. Wallace als Bobby B.
    Ed Trucco als Calvin's Partner
    Bernadette Penotti als Molested Dancer
    Debra J. Pereira als Sioux Dancer
    Shiek Mahmud-Bey als Federal Agent
    John C. Vennema als Angry Federal Agent
    Tony Cucci als Junior's Crew #1
    Allen K. Berstein als Junior's Crew #2
    Jose De Soto als J.J.'s Crew
    Lloyd Hollar als Prison Chaplin
    Nicholas Falcone als Priest at Funeral
    James Michael McCauley als Cop Outside Bar
    Michael Artura als Emergency Room Cop
    Tom Riis Farrell als EMS Supervisor
    Juliet Adair Pritner als Agent
    Henry Yuk als Chinese Restaurant Owner
    Chuck Margiotta als Escort at Cemetery
    Jay Boryea als Escort at Cemetery
    Joe Pentangelo als Riker's Security Officer
    Alan Jeffrey Gordon als Riker's Security Officer
    Dean Rader-Duval als Sing Sing Guard
    Willie M. Watford als Sing Sing Guard
    Jill Church als Cocktail
    Jay O. Sanders als Federal Agent

Jimmy Kilmartin war ein erfolgreicher Autoknacker, doch jetzt will er mit Ehefrau Bev und Töchterchen Corinna ein ruhiges und ehrliches Leben führen. Als sein nichtsnutziger Cousin Ronnie ihn jedoch verzweifelt um einen letzten Gefallen bittet, kann er nicht nein sagen. Ein folgenschwerer Fehler, denn der groß angelegte nächtliche Autodiebstahl geht schief, und Jimmy wandert für Jahre hinter Gitter. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung seiner Familie nennt der Pechvogel trotz diverser Angebote der Staatsanwaltschaft nicht die Namen der Hintermänner. Doch der ehrgeizige Justizbeamte Zioli lässt nicht locker. Er will mit Jimmys Hilfe dem Autoknacker-Ring um Gangsterboss "Little Junior" endlich das Handwerk legen. Aber erst als Jimmys Frau durch die skrupellosen Machenschaften von Cousin Ronny ums Leben kommt, ist der verbitterte Gefangene zu einer Zusammenarbeit bereit. Als Spion der Staatsanwaltschaft erschleicht sich Jimmy das Vertrauen von "Little Junior". Doch nicht nur Jimmy treibt ein gefährliches Doppelspiel. Auch FBI und Staatsanwaltschaft liefern sich eine Schlacht um den größten Fahndungserfolg. Und der rachedurstige Alleinkämpfer wird immer mehr zum Spielball zwischen den Fronten...


Kleingauner Jimmy läßt sich von seinem Vetter zu einem letzten großen Coup überreden. Der Überfall mißlingt und Jimmy landet wieder einmal im Gefängnis. Als Mann von Ehre verrät er seine Komplizen und den Auftraggeber Little Junior nicht, doch als seine Frau Bev bei einem Autounfall stirbt, erfährt Jimmy, daß sein Vetter dafür verantwortlich ist. Die Möglichkeit zur Rache bietet ihm ein skrupelloser Staatsanwalt, der ihm vorschlägt, sich als V-Mann in die Szene einschleusen zu lassen. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Packendes, auch stilistisch überzeugendes Remake des Kriminalfilm-Klassikers 'Der Todeskuß' (1947) von Henry Hathaway. Neu sind die kriminelle Szene, das gewalttätige Autoschiebermilieu, sowie die schwindenden moralischen Grenzen zwischen Verbrechern und Ordnungshütern. Ein Lob gebührt sämtlichen Darstellern, allen voran Nicolas Cage als verrücktem, Tanzgirl-stemmenden Muskelprotz. Das Drehbuch ist sorgfältig ausgearbeitet und birgt auch einige komische Momente. Eine Spezialität für Thriller-Fans. [VideoWoche]


Keinen Grund zum Lachen gab es, wenn ein manisches Kichern von der Mordlust des Killers Tommy Udo kündete, mit dem Richard Widmark 1947 in seinem Filmdebüt auf Anhieb den Durchbruch schaffte. Von Henry Hathaways klassischem Kriminalfilm 'Der Todeskuß' sind in Barbet Schroeders Neuauflage freilich nur noch Spuren vorhanden. Geblieben sind ein mordender Psychopath, ein um seine Familie kämpfender Ex-Ganove und ein Staatsanwalt, der den Resozialisierten hinterlistig in die Mangel nimmt. Neu ist die kriminelle Szene, das in seinem Gewaltpotential unterschätzte Autoschiebermilieu, ein undurchschaubares behördliches Interessensgeflecht und ein Menschenbild, das die moralische Kluft zwischen Gesetzeshüter und -brecher schwinden läßt. David Caruso, der zuverlässig gute Kinocharakterkopf ('Sein Name war Mad Dog'), meistert überzeugend seinen ersten Starauftritt, den ihm erst sein Triumph im TV-Hit 'NYPD Blue - New York Cops' ermöglichte. Seine sympathische Kinofigur Jimmy Kilmartin ist im Grunde ein exaktes Spiegelbild seines TV-Charakters: ein in sich ruhender, sensibler Mann, der gegebenenfalls auch große Härte zeigen kann. Der Autoknacker im Ruhestand hat mit Frau (Helen Hunt) und Tochter im Leben wieder Fuß gefaßt. Ein letzter Gefallen für seinen Cousin (Michael Rapaport als gewalttätige Ausgabe von John Turturros 'Millers Crossing'-Opportunisten) bringt seine fragile bürgerliche Existenz zum Einsturz. Die Überführung gestohlener Autos für den kriminellen Psychopathen Little Junior (Nicolas Cage mit 'He-Man'-Body und Asthma-Spray) endet mit einer Schießerei, in der Jimmy und ein Cop (Samuel L. Jackson) schwer verwundet werden. Kurz vor Ende seiner Haftstrafe wird der verschwiegene Jimmy von einem skrupellosen Staatsanwalt (Stanley Tucci) unter Druck gesetzt, sich als Spitzel in Little Juniors Bande einzuschleusen. Wirkungsvolle Spannung entwickelt 'Kiss Of Death' aus diesem Undercover-Szenario, das Drehbuchautor Richard Price aber relativ schnell mit einer Plot-Pointe beendet. Bis zu diesem Punkt ist Regisseur Schroeders Nachfolger von 'Weiblich, ledig, jung sucht...' ein formal sehr beachtlicher, von einer erstaunlichen ersten halben Stunde eröffneter Thriller. Am Ende aber geht Price, dessen skurrile Einfälle auch für humoristische Einlagen von Format sorgen (absurdes Glanzstück: die Einführung von Cage als Tanzgirl-stemmender Muskelprotz), ein wenig die Luft aus. Aber da ist man von der Professionalität dieses harten, aber nie gewaltverliebten Films, den glänzenden Darstellern und einer schön entwickelten Annäherung zwischen Cop und Ex-Ganove längst positiv eingenommen. Auch wenn David Carusos Stern in Deutschland noch nicht aufgegangen ist, sollte dieses gut geölte Stück Unterhaltungskino auch bei uns auf lebhaftes Zuschauerinteresse stoßen. [kob., Blickpunkt Film]

 
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aktualisiert am 2004-11-15...2005-05-05 durch JSD