Film: Diabolisch


 Titel  Diabolisch
    Diabolique
 Land  USA
 Jahr  1996
 Genre  Horror
    Thriller
    Drama
 Länge  107 min.
 FSK Kino  16
 Regie  Jeremiah S. Chechik
 Ausf. Produzent  Gary Barber
    Chuck Binder
    Jerry Offsay
    Bill Todman Jr.
 Produzent  James G. Robinson
    Marvin Worth
 Co-Produzent  Gary Daigler
 assoz. Produzent  Kirsten W. Welles
 Kamera  Peter James
 Buch / Drehbuch  Henri-Georges Clouzot
    Don Roos
 (Roman-) Vorlage  Pierre Boileau "Celle Qui N'Etait Plus"
    Thomas Narcejac "Celle Qui N'Etait Plus"
 Musik  Randy Edelman
    Marco Marinangeli
 Schnitt  Carol Littleton
 Darsteller  Sharon Stone als Nicole Horner
    Isabelle Adjani als Mia Baran
    Chazz Palminteri als Guy Baran
    Kathy Bates als Shirley Voguel
    Spalding Gray als Simon Veatch
    Shirley Knight als Edie Danziger
    Allen Garfield als Leo Katzman
    Adam Hann-Byrd als Erik
    Donal Logue als Video photographer
    Diana Bellamy als Ms. Vawze
    Clea Lewis als Lisa Campos
    Jeffrey Abrams als Video photographer
    O'Neal Compton als Irv Danziger
    Bingo O'Malley als Gannon
    Stephen Liska als PHP officer
    Jim Kisicki als Rear-ender
    Kevin Vinay als Desantis
    Cory Pattak als Nunez
    Kate Young als Photo shop clerk
    Sophia Salguero als Maid
    Hank Stohl als Morgue cop
    Zachary Mott als Howie
    Jesse Sky Ross als Hall Monitor
Bei amazon.de bestellen:  DVD RC2 deutsch FSK-16
   VHS-Video PAL deutsch FSK-16
   Soundtrack auf CD

Guy Baran ist ein Ekel. Seine schüchterne Ehefrau Mia quält er mit groben Macho-Allüren und seine Geliebte Nicole kommandiert Baran nach Lust und Laune herum. Obwohl die beiden Frauen Rivalinnen sind, beschließen sie, sich gegen den Tyrannen zu verbünden. Sie schmieden ein tödliches Komplott, dem Baran wie geplant zum Opfer fällt. Schon bald nach dem Anschlag setzt sich die Detektivin Shirley Vogel auf die Spur der beiden. Noch überraschender sind allerdings Indizien, wonach Baran noch leben könnte... Jeremiah Chechiks ('Benny & Joon') Remake des Thriller-Klassikers 'Die Teuflischen' überzeugt durch seine dichte, düster-realistische Inszenierung. Geradlinig treibt der Regisseur die spannende Handlung von den packenden Eröffungssequenzen bis zum schockierenden Finale. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von den beiden Schauspiel-Ikonen Sharon Stone ('Casino') und Isabelle Adjani ('Die Bartholomäusnacht'), die sich in jeder Szene auf der Höhe ihrer Kunst bewegen. [VideoWoche]

In dem US-Remake des düsteren französischen Thriller-Klassikers 'Die Teuflischen' von Henri-Georges Clouzot (1954) verstrahlt die Oscar-nominierte Sharon Stone ('Casino') als durchtrieben-unterkühlte Femme fatale giftige Grandesse. Gemeinsam mit Frankreichs Superstar Isabelle Adjani ('Ein mörderischer Sommer') und der stets zuverlässigen Oscar-Preisträgerin Kathy Bates ('Misery') bildet sie ein kraftvolles weibliches Protagonistentrio, deren Wege sich in dem von Jeremiah Checkik ('Benny & Joon') feministisch angehaucht inszenierten Rache-Thriller kreuzen.
Drehbuchautor Dan Roos ('Weiblich, ledig, jung') hält sich bei seiner Behandlung der Story um eine unterdrückte Ehefrau und eine rachsüchtige Geliebte, die sich verbünden, um den sadistischen Ehemann aus dem Weg zu schaffen, zunächst nah an das Original. Doch wo Cluzets Meisterwerk auf grimmige Vorahnung und beängstigende Beklemmung setzte, werden beim Remake unverzagte Direktheit und eine realistischer wirkende Herangehensweise großgeschrieben. Zudem werden unverhohlene homoerotische Untertöne eingebracht - eine Berührung hier, ein tiefer Blick dort -, wobei eine sexuelle Beziehung zwischen Ehefrau und Mätresse jedoch zu keiner Zeit vollzogen wird. Besonders positiv fällt die vorzügliche Kameraarbeit Peter James' ins Auge sowie das atmosphärische Produktionsdesign (der burgenhafte Internatskomplex gibt dem Set ein europäisches Flair) und die raffinierten Kostüme. Die superchicen, hautengen Fünfziger-Retro-Outfits von Stone als Lehrerin Nicole, die Geliebte des tyrannischen Internatsdirektors Guy Baran (Chazz Palminteri muß seine Rolle als Ekel aus 'Jade' nur minimal variieren), etablieren sie sogleich als männermordendes Raubtier (auch wenn eine Mathematikstunde im schwarzen Cocktailkleid die Grenze zur Absurdität überschreitet), wohingegen Adjanis zerbrechlicher Charakter als herzschwache, gedemütigte Ehefrau Mia mit nonnentrachtgleichen Faltenkleidern ausgestattet wird und ihre engelsgleiche Transparenz geschickt zu unterstreichen weiß.
In der Eröffnungsszene erliegt Mia während eines tosenden Gewittersturms einem Herzanfall, nur um in letzter Sekunde von Nicole die notwendige Medizin verabreicht zu bekommen - Ehemann Guy steht unbeteiligt daneben. Einige unerfreuliche Episoden später beschließen die beiden als Sexobjekte mißhandelten Frauen, ihren Peiniger ein für alle mal zu beseitigen. Sie ertränken ihn in Nicoles Badewanne und entledigen sich der Leiche im verdreckten Internats-Schwimmbecken. Als dort das Wasser abgelassen wird, findet sich keine Leiche. Die Indizien beginnen sich zu häufen, daß Guy noch am Leben sein könnte. Zu allem Überfluß erscheint auch noch die pensionierte Polizeiinspektorin Shirley Vogel (Bates gibt eine trocken-schrullige Performance als weiblicher Columbo) auf der Bildfläche...
Die Spannung wird bis zum horrorfilmartigen Finale mit der Frage nach einem mysteriösen Unbekannten und den unterschiedlichen Verhaltensmustern der beiden Täterinnen bei der nervenzerreißenden Belastungsprobe aufrechterhalten. Während Stone sich mit ähnlich eisgekühlter Nonchanlance wie in 'Basic Instinct' scheinbar durch nichts aus der Fassung bringen läßt, wird Adjani zunehmend hysterischer und flüchtet sich in die Religiosität. Gerade die schauspielerischen Leistungen der beiden sind es, die die modernisierte Neuverfilmung, die es zwar nicht mit dem meisterlichen Original aufnehmen kann, zu einem teuflischen Vergnügen machen. [ara, Blickpunkt Film]

 
© 1986-2323 www.bmovie.de / Jürgen Daub
aktualisiert am 2004-01-06...2004-01-07 durch JSD