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Guy Baran ist ein Ekel. Seine schüchterne Ehefrau Mia quält er mit groben
Macho-Allüren und seine Geliebte Nicole kommandiert Baran nach Lust und Laune
herum. Obwohl die beiden Frauen Rivalinnen sind, beschließen sie, sich gegen den
Tyrannen zu verbünden. Sie schmieden ein tödliches Komplott, dem Baran wie geplant
zum Opfer fällt. Schon bald nach dem Anschlag setzt sich die Detektivin Shirley
Vogel auf die Spur der beiden. Noch überraschender sind allerdings Indizien,
wonach Baran noch leben könnte... Jeremiah Chechiks ('Benny & Joon') Remake des
Thriller-Klassikers 'Die Teuflischen' überzeugt durch seine dichte, düster-realistische
Inszenierung. Geradlinig treibt der Regisseur die spannende Handlung von den
packenden Eröffungssequenzen bis zum schockierenden Finale. Tatkräftige Unterstützung
erhält er dabei von den beiden Schauspiel-Ikonen Sharon Stone ('Casino') und
Isabelle Adjani ('Die Bartholomäusnacht'), die sich in jeder Szene auf der Höhe
ihrer Kunst bewegen. [VideoWoche]
In dem US-Remake des düsteren französischen Thriller-Klassikers 'Die Teuflischen'
von Henri-Georges Clouzot (1954) verstrahlt die Oscar-nominierte Sharon Stone
('Casino') als durchtrieben-unterkühlte Femme fatale giftige Grandesse. Gemeinsam
mit Frankreichs Superstar Isabelle Adjani ('Ein mörderischer Sommer') und der stets
zuverlässigen Oscar-Preisträgerin Kathy Bates ('Misery') bildet sie ein kraftvolles
weibliches Protagonistentrio, deren Wege sich in dem von Jeremiah Checkik ('Benny
& Joon') feministisch angehaucht inszenierten Rache-Thriller kreuzen.
Drehbuchautor Dan Roos ('Weiblich, ledig, jung') hält sich bei seiner Behandlung
der Story um eine unterdrückte Ehefrau und eine rachsüchtige Geliebte, die sich
verbünden, um den sadistischen Ehemann aus dem Weg zu schaffen, zunächst nah an
das Original. Doch wo Cluzets Meisterwerk auf grimmige Vorahnung und beängstigende
Beklemmung setzte, werden beim Remake unverzagte Direktheit und eine realistischer
wirkende Herangehensweise großgeschrieben. Zudem werden unverhohlene homoerotische
Untertöne eingebracht - eine Berührung hier, ein tiefer Blick dort -, wobei eine
sexuelle Beziehung zwischen Ehefrau und Mätresse jedoch zu keiner Zeit vollzogen
wird. Besonders positiv fällt die vorzügliche Kameraarbeit Peter James' ins Auge
sowie das atmosphärische Produktionsdesign (der burgenhafte Internatskomplex gibt
dem Set ein europäisches Flair) und die raffinierten Kostüme. Die superchicen,
hautengen Fünfziger-Retro-Outfits von Stone als Lehrerin Nicole, die Geliebte
des tyrannischen Internatsdirektors Guy Baran (Chazz Palminteri muß seine Rolle als
Ekel aus 'Jade' nur minimal variieren), etablieren sie sogleich als männermordendes
Raubtier (auch wenn eine Mathematikstunde im schwarzen Cocktailkleid die Grenze zur
Absurdität überschreitet), wohingegen Adjanis zerbrechlicher Charakter als
herzschwache, gedemütigte Ehefrau Mia mit nonnentrachtgleichen Faltenkleidern
ausgestattet wird und ihre engelsgleiche Transparenz geschickt zu unterstreichen
weiß.
In der Eröffnungsszene erliegt Mia während eines tosenden Gewittersturms einem
Herzanfall, nur um in letzter Sekunde von Nicole die notwendige Medizin verabreicht
zu bekommen - Ehemann Guy steht unbeteiligt daneben. Einige unerfreuliche Episoden
später beschließen die beiden als Sexobjekte mißhandelten Frauen, ihren Peiniger ein
für alle mal zu beseitigen. Sie ertränken ihn in Nicoles Badewanne und entledigen
sich der Leiche im verdreckten Internats-Schwimmbecken. Als dort das Wasser
abgelassen wird, findet sich keine Leiche. Die Indizien beginnen sich zu häufen,
daß Guy noch am Leben sein könnte. Zu allem Überfluß erscheint auch noch die
pensionierte Polizeiinspektorin Shirley Vogel (Bates gibt eine trocken-schrullige
Performance als weiblicher Columbo) auf der Bildfläche...
Die Spannung wird bis zum horrorfilmartigen Finale mit der Frage nach einem
mysteriösen Unbekannten und den unterschiedlichen Verhaltensmustern der beiden
Täterinnen bei der nervenzerreißenden Belastungsprobe aufrechterhalten. Während
Stone sich mit ähnlich eisgekühlter Nonchanlance wie in 'Basic Instinct' scheinbar
durch nichts aus der Fassung bringen läßt, wird Adjani zunehmend hysterischer und
flüchtet sich in die Religiosität. Gerade die schauspielerischen Leistungen
der beiden sind es, die die modernisierte Neuverfilmung, die es zwar nicht
mit dem meisterlichen Original aufnehmen kann, zu einem teuflischen Vergnügen
machen. [ara, Blickpunkt Film]
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